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Windows-System

RDP-Protokoll: Was es ist, wofür es verwendet wird und wie es funktioniert

26 Nov. 2025
Hostman Team
Hostman Team

Eine Remote-Desktop-Verbindung zu einem Host kann auf verschiedene Weise hergestellt werden, zum Beispiel mithilfe von Drittanbieteranwendungen wie UltraVNC. Das am häufigsten verwendete Tool für das Remote Desktop Protocol (RDP) ist jedoch das in Microsoft Windows integrierte Dienstprogramm Remote Desktop. In diesem Artikel betrachten wir die Geschichte von RDP, seine Funktionsweise und die Art und Weise, wie Daten während der Übertragung geschützt werden.

Geschichte von RDP
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Das Remote Desktop Protocol (RDP) wurde von Microsoft entwickelt und ursprünglich als eine der wichtigsten Methoden für den Remotezugriff auf Computer oder Server konzipiert. Außerdem sollte es schwächeren lokalen Rechnern ermöglichen, sich mit leistungsstärkeren Servern für rechenintensive Aufgaben zu verbinden. Heute dient RDP vor allem dazu, Remote-Arbeitsplätze einzurichten.

Wichtige Meilensteine in der Entwicklung von RDP:

  • 1998: Erste Verwendung von RDP in Windows NT 4.0 Terminal Server Edition.

  • RDP wird weiterhin in allen Windows-Betriebssystemen unterstützt, einschließlich Windows 11 und Windows Server 2022.

  • RDP ist nach wie vor das Standardwerkzeug für Remotezugriff unter Windows, obwohl es alternative Technologien wie VNC gibt.

  • Es existieren Clients für nahezu alle gängigen Betriebssysteme, darunter Linux, FreeBSD, macOS, iOS, Android und weitere.

  • Die aktuelle Version ist RDP 10, die Funktionen wie automatische Größenanpassung und verbesserte Grafikkompression (H.264/AVC-Codec) bietet.

Allgemeine Eigenschaften von RDP
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  • Unterstützte Farbtiefen: 32 Bit und darunter (8, 15, 16, 24 Bit).

  • Datenschutz: 128-Bit-Verschlüsselung mittels RC4-Algorithmus.

  • Weitere Funktionen: Audio-Redirect, Drucker- und Port-Weiterleitung, gemeinsame Zwischenablage zwischen lokalem und entferntem System.

Citrix Systems spielte eine bedeutende Rolle in der frühen Entwicklung der Remote-Desktop-Technologie. In den frühen 1990er Jahren entwickelte Citrix das WinFrame-System auf Basis von Windows NT 3.51. 1997 kam es zu einer Zusammenarbeit mit Microsoft, infolgedessen Microsoft bestimmte Rechte an Citrix-Technologien erwarb. Citrix behielt die Rechte am ICA-Protokoll, während Microsoft RDP auf Grundlage des ITU T.120-Standards entwickelte.

Citrix und Microsoft sind bis heute Wettbewerber: Citrix konzentriert sich auf leistungsstarke Systeme, während Microsoft mit Terminal Services im Midrange-Serversegment führend ist. Beide Unternehmen erweitern jedoch kontinuierlich ihre Produktfunktionen.

Vorteile von Terminal Services:

  • Einfache Bereitstellung von Anwendungen für Clients

  • Zentralisierte Sitzungsverwaltung

  • Funktionsumfang abhängig von aktiven Terminal-Services-Lizenzen

Netzwerkkonfiguration mit Terminal Services
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Microsoft-Produkte ermöglichen den Einsatz des RDP-Protokolls in zwei verschiedenen Modi:

  1. Remote Administration Mode

  2. Terminal Server Mode

Remote Administration Mode
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Dieser Modus wird in allen Windows-Versionen unterstützt. Der Unterschied liegt in der Anzahl paralleler Remoteverbindungen:

  • Windows-Desktopversionen: nur eine gleichzeitige Verbindung (lokal oder remote).

  • Windows-Serverversionen: zwei Remoteverbindungen + eine lokale Anmeldung.

Terminal Server Mode
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Nur in Windows Server verfügbar.

Vorteile:

  • Unbegrenzte Anzahl von Verbindungen

  • Ideal für Remote-Arbeitsumgebungen

Voraussetzungen:

  • Erwerb von Lizenzen

  • Korrekte Serverkonfiguration

  • Einrichtung als dedizierter Knoten oder Terminalserver

Ohne diese Schritte kann kein Zugriff gewährt werden.

Wie RDP funktioniert
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RDP ist ein TCP-Protokoll der Anwendungsschicht.

Ablauf:

  1. Aufbau der Netzwerkverbindung

  2. Start der RDP-Sitzung auf der Transportschicht

  3. Der Terminalserver überträgt das Desktopbild an den Client

  4. Tastatur- und Mausereignisse werden zurück zum Server gesendet

Die Anzeige kann entweder als gerendertes Bild oder mittels grafischer Primitive erfolgen.

RDP unterstützt mehrere virtuelle Kanäle innerhalb einer einzelnen Netzwerkverbindung, um Funktionen wie:

  • Drucken über den lokalen Drucker

  • Zugriff auf serielle Ports

  • Zwischenablage-Synchronisation

  • Audio-Übertragung

bereitzustellen.

Parameter für virtuelle Kanäle werden beim Verbindungsaufbau festgelegt.

Es gibt zwei Sicherheitsmodi:

  1. Standard RDP Security

  2. Enhanced RDP Security

Standard RDP Security
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Umfasst:

  • Authentifizierung

  • Datenverschlüsselung

  • Integritätsprüfung

Die Verschlüsselung erfolgt über RC4 (40–168 Bit, abhängig von der Windows-Version).

Ablauf der Authentifizierung:

  1. System generiert RSA-Schlüsselpaar

  2. Ein öffentliches Zertifikat („Proprietary Certificate“) wird erstellt

  3. Das Zertifikat wird mit einem in Windows eingebetteten RSA-Schlüssel signiert

  4. Client erhält das Zertifikat

  5. Nach Verifizierung wird der öffentliche Schlüssel des Servers übermittelt

Die Datenintegrität wird mittels MAC (MD5 + SHA1) überwacht.

Optional kann 3DES verwendet werden (ab Windows Server 2003, FIPS-konform).

Enhanced RDP Security
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Verwendet externe Module wie:

  • TLS 1.0

  • CredSSP

TLS wird ab Windows Server 2003 unterstützt; der Client muss RDP 6.0 oder höher verwenden.

Benutzer können ein bestehendes Zertifikat nutzen oder ein eigenes erstellen.

CredSSP kombiniert:
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  • TLS

  • Kerberos

  • NTLM

Vorteile:

  • Anmeldung wird vor dem Aufbau der RDP-Sitzung geprüft

  • Verschlüsselung gemäß TLS-Standards

  • Single Sign-On über Kerberos oder NTLM

Aktivierung erfolgt über Network Level Authentication (NLA), verfügbar ab Windows Vista/Server 2008.

Terminal-Services-Lizenzierung
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Eine verbreitete Methode zur Nutzung von Terminal Services ist der Zugriff über einen Thin Client.

Ein Lizenzserver ist zwingend erforderlich.

Lizenztypen:
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  1. Temporary Terminal Server CAL – zeitlich begrenzt

  2. Device CAL – an Gerät gebunden

  3. User CAL – an Benutzer gebunden

  4. External User License – für externe Nutzer

Time-Based License
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  • Läuft 90 Tage

  • Danach Versuch, eine permanente Lizenz zu vergeben

Device-Based License
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  • Lizenz gilt 52–89 Tage

  • Wird bei weniger als 7 Resttagen erneuert

  • Wechsel des Geräts setzt Zyklus zurück

User-Based License
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  • Benutzer kann beliebige Geräte verwenden

  • Terminal Services führen keine Nutzerzählung — bekanntes Verhalten

  • In gemischten Szenarien ist die Kontrolle nur hardwaregebunden möglich

External User License
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  • Für externe Nutzer

  • Erfordert dedizierten Server

  • Sehr teuer → wenig verbreitet

RDP-Verbindung unter macOS
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Microsoft bietet eine Remote Desktop App im App Store an.

Ablauf:

  1. IP-Adresse oder Domain eingeben

  2. Benutzername und Passwort eines Users mit Remotezugriff eingeben

  3. Bei Zertifikatswarnung → Show Certificate → Always Trust

Remote Desktop unter Ubuntu
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Auf dem Windows-Client wird wie gewohnt Remote Desktop verwendet.
Der Ubuntu-Server benötigt:

sudo apt install xrdp

Dienst starten:

sudo systemctl status rdp

Unter Linux als Client eignet sich Remmina (Protokoll von VNC auf RDP umstellen).

Installation:

sudo apt-add-repository ppa:remmina-ppa-team/remmina-next

sudo apt-get update

sudo apt-get install remmina remmina-plugin-rdp libfreerdp-plugins-standard

Fazit
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Wir haben einen vollständigen Überblick über das RDP-Protokoll gegeben – seine Bedeutung, Funktionsweise und Sicherheitsmechanismen.

Ein Lizenzserver kann zwei Rollen einnehmen:

  • Domain/Workgroup License Server – innerhalb einer Arbeitsgruppe oder Domäne

  • Enterprise License Server – organisationsweit

Die Wahl beeinflusst, wie der Server gesucht wird:

  • In Domänen: über Active Directory

  • Organisationsebene: über NetBIOS-Broadcasts